Das Schwarze Haus - Kunstquartier der Künstlerkolonie


Impressionen des Schwarzen Hauses


Im Jahre 1932 erwarb der Redakteur und Lyriker Hanns Heinen (1895-1961) und seine Gattin Erna Heinen-Steinhoff (1898-1969) für 3000 Goldmark, im Solinger Stadtteil Höscheid, an der alten Heerstraße nach Köln, eine historische Liegenschaft bestehend aus zwei Fachwerkhäusern. Die Häuser trugen im Volksmund die einprägsamen Namen „Rotes Haus“ bzw. „Schwarzes Haus“. Diese Namen rührten wohl daher, dass das größere der beiden Häuser komplett mit schwarzen Schieferplatten verkleidet war und durch seine exponierte Stelle auf dem Kamm eines Höhenzuges bereits von weitem als großer schwarzer Klotz wahrgenommen wurde. Im Kontrast hierzu, bildete ein kleineres Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft, bestehend aus rotem Backstein und Fachwerk, einen leuchtend roten Punkt in der ansonsten sehr grünen Landschaft.

Bei den Gebäuden handelte es sich um ein bedeutendes industrielles Erbe, welches in einzigartiger Weise die Montangeschichte des Bergischen Landes dokumentiert. Das „Schwarze Haus“ – ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert mit Erweiterungsbau aus dem 19. Jahrhundert – wurde als sogenanntes Steigerhaus eines Bleibergwerks errichtet. Es besitzt – untypisch für die Fachwerkhäuser dieser Region – große Räume. Das sogenannte „Rote Haus“ entstand im 19. Jahrhundert als Werkstatt für einen Messer- oder Scherenschleifer. Auf der von der Straße abgewandten Seite des „Schwarzen Hauses“ befindet sich eine Pflasterung aus Ziegelsteinen mit eingelassener Ablaufrinne – wohl Reste eines Pferdestalles, dort stehen zwei – aus großen Monolithen gemeißelte – Pferdetröge.

Als Hanns Heinen die Liegenschaft erwarb, erzählte ihm der Vorbesitzer aus den mündlichen Überlieferungen seiner Familie – hierzu gibt es keinerlei schriftliche Belege - dass nach Beendigung der Funktion als Steigerhaus des Bleibergwerks - das Haus wegen seiner günstigen Lage an einer der wichtigsten Handelsstraßen der Region zur Herberge / Gaststätte umfunktioniert wurde. Dafür könnten das rückseitige Pflaster und die großen Pferdetröge hindeuten. Die Aussage des Vorbesitzers, dass der französische Kaiser Napoleon Bonaparte im „Schwarzen Hause“ genächtigt haben soll, kann nicht belegt werden und ist daher sehr fraglich. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Haus als Außenstelle des Bürgermeisteramtes Höhscheid gedient haben.

Ab 1932 wurde hier der regelmäßige künstlerische und literarische Salon der Familie Heinen abgehalten. Mit dem Einzug des aus dem Exil zurückkehrenden Malers Erwin Bowien (1899-1972) - im Jahre 1945 - begann die Geschichte des Hauses als Künstlerkolonie.

 

Mehr unter: www.schwarzes-haus.com

 

Historische Karte aus dem Jahr 1846 mit der damaligen Bebauung der späteren Künstlerkolonie.Das „Schwarze Haus“ ist als Haupthaus mit den damaligen Nebengebäuden aufgeführt.

 

Kontakt:  Dr. Haroun Ayech  |   mail@museum-schwarzes-haus.com   |    www.museum-schwarzes-haus.com   |   +49 (0) 151 42 22 11 42

sponsored by